Nicht jede*r fährt darauf ab, massiert zu werden. Und das ist fein! Aber was ist, wenn ich dir nun sage, dass es eine Möglichkeit gibt, dir selbst eine Massage zu geben und diese auch noch zur Stärkung des Immunsystems beiträgt? Ja, irgendwie hab ich auch nicht schlecht gestaunt. Es geht um’s Trockenbürsten und es ist eigentlich genau das, wonach es klingt. Die Massage aktiviert die Durchblutung des größten Organs – der Haut. Sie kann aufgrund der Ausschüttung von Glückshormonen bei auftretender Migräne helfen und ist nicht schwer umzusetzen. Was das Trockenbürsten noch so kann und was zu beachten ist, erfährst du hier.
Von Maja Dieckhoff
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1 Was ist Trockenbürsten?
Schon im 19. Jahrhundert wurde die trockene Massage des Körpers mit einer speziellen Bürste durch den Naturheilkundler Sebastian Kneipp bekannt.
Sowohl thermische als auch mechanische Reize beim Trockenbürsten der Haut sorgen für die Stimulation eben dieser. Es hilft, die Haut zu entsäuern sowie andere Selbstheilungsprozesse anzuregen. Denn durch die kreisenden Bewegungen mit der Bürste wird die Durchblutung und der Lymphfluss gefördert, sodass eine Entschlackung des Körpers einsetzt. -
2 Was bewirkt es?
Das Trockenbürsten hat einen aktivierenden, durchblutungsfördernden Effekt auf den Körper – der Kreislauf kommt dadurch so richtig in Schwung. Schnell kalt werdende Areale (z.B. Hände und Füße) können durch die bessere Durchblutung wärmer und der Blutdruck bei regelmäßiger Anwendung reguliert werden.
Außerdem befreit die Bürstenmassage die Haut von abgestorbenen Hautschüppchen und regt den Regenerationsprozess dieser optimal an. Wer mit einem schwachen Bindegewebe zu kämpfen hat, hilft dieses in der Tiefe zu durchbluten und zu straffen.
Zusätzlich sorgt die Massage dafür, dass der Lymphfluss angeregt wird und die Giftstoffe im Körper abtransportiert werden. So entsteht ein Entschlackungsprozess, der das Immunsystem stärkt. -
3 Wie funktioniert’s?
Um die aktivierenden Eigenschaften des Trockenbürstens auszunutzen, empfiehlt es sich, die 5-minütige Prozedur am Morgen durchzuführen. So kommen du und dein Kreislauf so richtig in Schwung – und das ist abends vor dem Schlafengehen doch eher suboptimal.
- führe kreisende Bewegungen durch
- beginne am Besten an den Füßen (weit weg von deinem Herzen)
- arbeite von unten nach oben, von der Vorder- zur Rückseite, von innen nach außen
- erst Füße und Beine, Hüfte und Popo, Arme inkl. Hände und abschließend Oberkörper
- vergiss deine Achseln und deine Leiste nicht (hier befinden sich viele Lymphknoten)
- spare Brustwarzen/andere empfindliche Areale aus
Wenn du eine hochwertige Bürste aus Naturfasern nutzt, wird sich deine aktivierte Haut durch Rötungen und ein Kribbeln bemerkbar machen. Schmerzhafte Reizungen oder Kratzer äußern sich nur, wenn eine falsche Bürste mit Kunstborsten verwendet oder zu viel Druck ausgeübt wurde.
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4 Einschränkungen
Wenn deine Haut z.B. durch einen Sonnenbrand gereizt ist, solltest du auf das Trockenbürsten verzichten. Auch bei anderen Erkrankungen der Haut kann das Trockenbürsten zu Reizungen und/oder einer Überforderung des Nervensystems führen. Wie immer gilt: Wenn du dir unsicher bist, kläre dies bitte vorab mit deinem Arzt.
FAQs
Wie funktioniert das Trockenbürsten genau?
Trockenbürsten wirkt durch kreisende Bewegungen mit einer Naturfaserbürste auf der trockenen Haut. Du startest an den Füßen und arbeitest dich von unten nach oben vor, bis der gesamte Körper sanft stimuliert ist. Besonders wichtig sind Achseln und Leiste, weil sich dort viele Lymphknoten befinden.
Welche positiven Effekte hat regelmäßiges Trockenbürsten?
Regelmäßiges Trockenbürsten fördert die Durchblutung, regt den Lymphfluss an und unterstützt die Entschlackung des Körpers. Abgestorbene Hautschüppchen werden entfernt, das Bindegewebe kann gestrafft werden und das Immunsystem profitiert von der angeregten Selbstheilung.
Wann ist der beste Zeitpunkt für Trockenbürsten?
Der beste Zeitpunkt für das Trockenbürsten wirkt am Morgen, weil es den Kreislauf anregt und Energie für den Tag bringt. Abends solltest du darauf verzichten, da die aktivierende Wirkung deinen erholsamen Schlaf stören kann.
Worauf solltest du beim Trockenbürsten achten?
Verwende immer eine Bürste aus Naturfasern, um Reizungen zu vermeiden und kontrolliere den Druck auf der Haut. Empfindliche Areale wie Brustwarzen solltest du aussparen. Bei gereizter oder erkrankter Haut eignet sich Trockenbürsten nicht und sollte ausgesetzt werden.
Welche Körperbereiche solltest du beim Trockenbürsten berücksichtigen?
Achte darauf, alle Körperabschnitte einzubeziehen: Füße, Beine, Hüften, Arme, Hände und den Oberkörper. Vergiss dabei weder Achseln noch Leiste, weil viele Lymphknoten dort sitzen. Brustwarzen und andere empfindliche Stellen sollten ausgelassen werden.
